Autor: Nuesret Kaymak

  • Nie wieder STRATO!

    An und für sich müsste ich als Langzeitkunde ja recht zufrieden sein mit meinem ehemaligen Webhoster. Aber ich muss zugeben, dass das im Grunde genommen reine Bequemlichkeit war.

    Das machen doch viele: Es läuft etwas wie geschmiert und schnell verliert man den Überblick und lässt es einfach weiterlaufen – nach dem Motto „never change a running system“.

    In unregelmäßigen Abständen hatte ich die Seiten, die als erweiterte Visitenkarte gedacht waren, aktualisiert und hin und wieder in ein neues Gewand gepackt. Aber da dies relativ selten vorkam – war es mir nur wichtig, dass meine Daten sicher verwahrt sind (mein davoriger Webhoster hatte seine Server so überladen, dass er die Kunden übereinanderstapelte und dabei häufiger auch mal die Platte samt Backups löschte – was im Jahr 2009 zum sofortigen Ende der Geschäftsverbindung führte).

    Der Berliner Anbieter STRATO war im Vergleich sehr viel gewichtiger und seriöser aufgetreten – hatte man dort gleich 10 Backups, auf die man im Notfall zurückgreifen konnte (was ich dann auch ein paar Mal tat). Vom Preis her habe ich zwar das 20-Fache gezahlt – aber der Schock über den Verlust meiner Daten (ich hatte damals dummerweise keine regelmäßigen Backups angelegt) – saß noch tief in den Knochen und ich wollte endlich einen zuverlässigen Webhoster.

    Ansonsten hat mich das 10er-Web-Paket mit großem Speicherplatz von 150 GB und jede Menge E-Mail-Konten und Datenbanken jahrelang als Kunde bei der Stange gehalten. Ich war sehr zufrieden. Aber wie es mit den meisten Dingen im Leben eben so ist, hat alles einen Anfang und ein Ende.

    Ich schildere nun die vier Gründe, die mich dann im Dezember 2025 – nach so vielen Jahren – zur Kündigung bei STRATO führten.

    Grund 1: Unerreichbarkeit/Serverausfälle

    Die Talfahrt begann zu dem Zeitpunkt, als ich externe Monitoring-Dienste in Anspruch nahm. Ich stieß durch einen Zufall darauf, dass meine Webseiten ab und zu offline gingen. Zuerst ignorierte ich es, bis ich irgendwann neugierig wurde. Es gibt ein paar hervorragende Server-Monitoring-Betreiber, die kostenlos sind und die ich wärmstens empfehlen möchte. Ich verwende UptimeRobot und bin bis jetzt sehr, sehr gut damit gefahren. Dieser Dienst verschafft mir genaue Auskunft darüber, wann es bei meinen Seiten auf den STRATO-Servern zu Aussetzern – also Server-Ausfällen – kam und wie lange diese andauerten.

    Mein Anbieter STRATO hatte mir nie darüber berichtet, was ja verständlich ist. Aber der amerikanische Service hatte wie ein Pitbull-Terrier sofort gebellt und sich bei Unregelmäßigkeiten in der Sache der Nichterreichbarkeit meiner Seiten in Meldungen verbissen. Diese kamen jetzt immer häufiger vor und dauerten auch mal etliche Stunden bis zu einem halben Tag – ohne dass mir vom Webhoster E-Mails ins Postfach flatterten.

    Das empfand ich dann doch als befremdlich, zumal mir ja durch die Ausfälle – technisch gesehen – als Selbstständiger ein arger Schaden damit zugefügt wurde. Ich meine, ich bin darauf angewiesen, dass mich potenzielle Auftraggeber jederzeit finden und sich meine Proben und Referenzen ansehen können.

    Das war einer der Gründe, warum ich bereit bin, mehr Geld für das Webhosting lockerzumachen. Aber meine damalige Nachfrage bei STRATO brachte rein gar nichts. Außer dass ich mir allerlei zusätzlichen Service dazukaufen hätte müssen, worauf ich aber verzichtete. Eine Analyse oder ein Versuch einer Erklärung oder gar eine Abhilfe – gab es nicht. Damit musste ich leben. Und meine Verärgerung darüber konnte ich nicht verbergen.

    Grund 2: kostspielige SSL-Zertifikate

    Das zweite Ärgernis war die Umstellung auf SSL und der Handel mit SSL-Zertifikaten. Irgendwann wurde das zum Standard und jeder, der seine Seiten seriös nennen wollte, musste sich nun so ein SSL-Zertifikat kaufen, um überhaupt noch angesteuert werden zu können. Denn die Browser deklarierten nun Webseiten ohne SSL-Zertifikate als unseriöse und unsichere Webseiten, um die man einen Bogen machen muss, weil dahinter Hacker lauern, die womöglich den Browser und den Computer des Besuchers verseuchen, ihm dann das Bankkonto leerräumen und gleich das ganze Leben zerstören. Also MUSSTE man sich so ein dämliches SSL-Zertifikat kaufen, ob man wollte oder nicht.

    Und STRATO hat da – wie alle – gleich zugelangt und verlangt (selbst heute noch) für weitere Webadressen zusätzlich Geld. Ich musste dann jeden Monat zusätzlich für diesen Mist dazuzahlen. Das ist ein Grund, warum ich zu einem anderen Anbieter bin: Die Scheiß-Zertifikate gibt es nämlich inzwischen INKLUSIV in den Host

    Grund 3: eingeschränkte Wahl der PHP-Version

    Der dritte Grund, warum ich gekündigt habe, lag darin, dass in Abständen die PHP-Version aktualisiert wird und man das selbst umstellen muss. Das macht man aus dem Grund, weil mit jeder neuen Version Sicherheitslücken geschlossen werden und alles besser wird, damit die Webseiten sich schneller aufbauen und nicht von Hackern zu kapern sind.

    Dazu muss man serverseitig die PHP-Version erhöhen und ggf. seine Seiten anpassen, weil sie schlimmstenfalls ja ansonsten inkompatibel werden. Das betrifft besonders PHP-basierte CMS-Systeme, die dann aktualisiert werden müssen, was aber eigentlich kein großer Aufwand ist. Aber wenn man selbst nicht auf die nächsthöhere Version umstellen darf – weil man dafür einen neuen Vertrag braucht –, ist das, gelinde gesagt, eine Frechheit! Aber der eigentliche Hammer war dann der, dass diejenigen, die sich nicht auskannten und deren Seiten nur mit älteren „unsicheren“ PHP-Versionen liefen – JETZT ZUSÄTZLICHES ENTGELT – abdrücken mussten.

    Wenn sie denn ihre Seiten weiterhin nutzen wollten. Denn das galt dann als – ich paraphrasiere: „außergewöhnliche Zusatzleitung“. So kann man natürlich auch Geld machen. Das ist so, wie wenn man beim Hotelfrühstück zu seinem gekochten Ei für den Salzstreuer extra bezahlen muss. Der PHP-Downgrad kostet also Geld – aber das Upgrade auch! Man sitzt also in der Falle. Nur nebenbei erwähnt: Bei meinem jetzigen Anbieter Febas (aber auch bei anderen, habe ich recherchiert) ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man das jederzeit und kostenlos selbst ändern kann. Die Abscheu wandelte sich in Ekel…

    Grund 4: die unvermeidliche Preiserhöhung

    Die gegen Jahresende angekündigte Preiserhöhung zum 1.1.2026 war dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte… Ich hatte mit so etwas schon gerechnet. Deswegen hatte ich mir in unregelmäßigen Abständen die Angebote anderer Webhoster näher angesehen. Einen Favoriten hatte ich schon, auf den ich zugreifen würde, sollte der Tag der Entscheidung nahekommen.

    Dem Himmel sei Dank, war mein 24-Monatsvertrag ausgelaufen und ich konnte problemlos kündigen. Allerdings auf eine Weise, die mir – wenn ich nicht aufgepasst hätte, übel mitgespielt hätte. Denn bei STRATO entschied man sich, mir nach noch nicht einmal 24 Stunden nach der Kündigung – es waren keine 12 Stunden nach meiner Kündigungs-Mail – praktisch vollständig die Daten zu löschen. Einschließlich aller E-Mail-Accounts, versteht sich.

    Lieber Gott! Ich war über Stunden weder über die Webseiten noch über die E-Mail-Accounts erreichbar und ich danke dem Himmel, dass ich so schnell geschaltet und alles kurzfristig hingebogen hatte. So konnte ich nach etwa drei bis vier Stunden wieder alles einigermaßen in Betrieb nehmen.

    Nach meiner Recherche ist es ungewöhnlich, dass ein Webhoster am Folgetag der Kündigung Daten und E-Mail-Accounts samt und sonders löscht. Üblich ist das nicht.

    Die KI meinte, dass man Kunden nicht einfach so rauswirft und im Regen stehen lässt und dass dies – gemäß den AGB des Anbieters STRATO – mit einer erfolgversprechenden Schadensersatzforderung beantwortet werden kann. Üblich sei eine angemessene Übergangsfrist, die dem Kunden Zeit genug einräumt, mit seinen Daten einen Serverumzug vorzunehmen. Also, den Wechsel zu einem anderen Webhoster komfortabel über die Bühne zu bringen ohne zeitliche Aussetzer.

    Nun, das habe ich nicht gemacht. Dafür schreibe ich jetzt darüber, dass ich nie wieder die Dienste dieses Anbieters in Anspruch nehmen werde.*

    *Disclaimer: Ich arbeite weder für die besagten Unternehmen noch bekomme ich Geld für diesen Text. Ich schildere meine Erlebnisse und artikuliere meine persönliche Meinung.

  • Herzlich Willkommen auf meinen neuen Seiten!

    Nach fast 20 Jahren habe ich mich von meinen Webhoster STRATO verabschiedet und bin mit meinen Seiten zu FEBAS umgezogen.

    Trotz des rasantschnellen Umzugs (STRATO hatte knapp einen Tag nach Kündigung fast alle Seiten und E-Mail-Accounts unzugänglich gemacht) – muss ich dennoch noch einige Seiten verändern und einige sogar neu anlegen. Das betrifft vor allem das CMS-Systeme Serendipity, von dem ich aber schon seit Ewigkeiten weg- und auf WordPress umsteigen wollte.

    Das meiste ist jetzt online – aber einige Seiten müssen noch hergestellt werden. Ich hoffe, dass ich alles schnell erledigen kann. In der Zwischenzeit bitte ich um Nachsicht, wenn der eine oder andere Link nicht funktionieren sollte: ich bemühe mich, das schnell zu beheben.

    Die neuen Seiten bringen frischen frischen Wind in die Bude: neben vielen nützliche Infos, Tipps, Anleitungen und Gratis-Apps – habe ich vor, Videos einzustellen. Man kann also gespannt sein 😉

    Viel Spaß beim Surfen,

    Nuesret Kaymak

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